Deko: Toys for Boys (and girls)

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sdsdsdsv
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Deko: Toys for Boys (and girls)

Beitragvon sdsdsdsv » 28. Dezember 2019, 16:32

Ich wollte einmal das Thema Spielzeug für Erwachsene anschneiden, seien diese retro, "remastered" oder modern. Das Phänomen ist nicht neu, fast jeder Youtuber füllt eine Lücke im Hintergrund mit 'ner Actionfigur, einem Modell, FunkoPop (scheidet die Geister) oder anderem Krimskrams, der gleichsam Schmuck, Reminiszenz und Ausweis einer mit dem Zuschauer gemeinsamen Vergangenheit darstellt.

Was bewegt einen nun dazu, sich einen Ninjaturtle ins Regal zu stellen, oder einen Roboter, der sich in ein Auto verwandeln kann? Im Gegensatz zu Videospielen, die durch ihre elektronische Natur ihren eigenen, weniger "fassbaren" Zauber besaßen, wurden und werden Spielzeuge durch ihren taktilen Aspekt mit mehr Sinnen erfahren. Außerdem stand jede noch so detailarme Figur für das Versprechen Teil einer sagenhaften Welt zu sein, in die man gedanklich eintauchen konnte und wuchs so über ihre reine Plastikexistenz hinaus. Mochten die Masters of the Universe-Figuren z. B. noch so klobig sein -- die fantastischen handgemalten (wie ich das vermisse!) Packshots, die Cardbacks mit ihrem spannenden Einzelbild und die ersten Minicomics halfen der Fantasie auf die Sprünge! Unvergessen übrigens auch die professionell produzierte Europa-Hörspielreihe, die von 1986-1988 produziert wurde, auch wenn hier nur das erste Drittel der Kassetten wirklich hohe Qualität besaß. Aber das ist ein Thema für sich.

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He-Man und seine Kumpane hatte es mir als Kind angetan, auch wenn die streng nach Schema F gefertigten Muskelmänner damals schon ein wenig dumpf daherkamen und von den klügeren Kindern im Kindergarten und der Grundschule nicht adoptiert wurden. Die hatten damals die kleineren Star Wars Figuren mit ihren viel cooleren Fahrzeugen, oder eben gar keine Puppen, also Action Figuren zuhause. Eine holzschnittartige Basis mit teils nur leichten Veränderungen in Aussehen und Farbe sorgte bei MotU für immer neue Kämpfer, die mal mehr, mal weniger interessant ausfielen. Manche waren gar ein figurgewordenes Wortspiel (Clawful, Man-E-Faces, etc.), was später für die eine oder andere Überraschung beim erwachsenen Fan (mir) sorgte. Dies sollte zusammen mit der Tatsache, dass Mattel den düsteren Kanon der frühen Minicomics schnell aufgab und sich später eigentlich gar nicht mehr um eine zusammenhängende Hintergrundgeschichte bemühte, dafür sorgen, dass MotU zum Auslaufmodell wurde. Den gleichen Fehler hat man bei späteren Neuauflagen dann einfach noch ein paar mal wiederholt:
Ob in der billig produzierte Neuauflage von 1989 "The New Adventures of He-Man" oder die von 2002 bis 2004 erschienenen Figuren der "Four Horsemen", welche unzählige(!) He-Man Varianten aufwies, spätere Versuche den Recken wiederzubeleben, verliefen mehr oder weniger im Sande. Weil die Spielzeugserie offenbar keine neuen Käuferschichten erschließen konnte, ist alles derzeit erhältliche auch von Erwachsenen für Erwachsenen und das merkt man auch an den Preisen.

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Eigentlich sind die Masters weniger interessant als ihre Ursprünge. Als farbenfrohe Fantasy/Sci-Fi-Hybride waren es in ästhetischer Hinsicht eigentlich Kinder der siebziger, ihre Physis und die Geschichten dagegen könnte man noch eher bei den Pulp-Stories der zwanziger und dreißiger Jahre vermuten. Damit ist He-Man eine Art whitewashed Conan der Cimmerier (es gab da sogar einen Rechtsstreit mit  Frank Frazetta, den Mattel gewann). Vielleicht ist auch ein wenig Tarzan mit drin. Es war eben diese Zeit: So wie Lucas mit Indiana Jones auf Erzählformen zurückgriff, die ein halbes Jahrhundert zurücklagen, bediente man sich hier an Robert Howards Conan, versetzte ihn in eine zukünftige Welt und wandelte dessen düsteren (sprich mythischen und brutalen) Ursprung kindgerecht ab, so dass in den Büchern, Comics und der Zeichentrickserie davon später nichts mehr zu finden war. Dies verwässerte das Profil der Serie stark und war insgesamt sehr bedauerlich, denn eigentlich hatte uns He-Man über sein fantasy-setting hinaus nicht viel zu bieten oder gar eine wie auch immer geartete Aussage. Einen Konflikt zwischen absolut guten und bösen Figuren konnte man immerhin in der Zeit des kalten Krieges noch gut verkaufen und He-Man wurde zur erfolgreichsten Serie von Filmation (mit 131 Folgen!). Nach She-Ra erscheint nun auch He-Man wohl bald als Neuauflage bei Netflix.

Soweit mein kleiner MotU-Exkurs. Da auch ich mindestens einen freien Platz auf meinem Schreibtisch hatte, stellte sich mir die Frage, wer diesen einnehmen sollte. Schade, dass Captain Future, der als Alternative zu MotU in Frage kam, als Spielzeug so wenig präsent war. Captain Future hat übrigens seinen Ursprung wie Conan als amerik. Pulp-Geschichte. Mort Weisinger hatte damals die Idee mit einem mutierten Helden die "populären Subgenres Space Opera und Superhelden" zu kombinieren. Die "Comet" wies ein tolles Design auf und auch der kleine Cosmoliner machte was her. Die gibt's aber nicht als Neuauflage und ich will keine gebrauchten Spielzeuge, die Jahrzehnte bei anderen im Schrank standen. Wobei ich doch noch ein lizensiertes Produkt fand, das mir aber zu teuer ist.

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Wie auch immer, war da nicht noch etwas mit diesen kleinen gelben Männchen? Lego war vor vierzig Jahren noch rein und unschuldig - die afaik Anfang der achtziger standardisierten Figuren unterschieden sich nur in der Frisur und der Kleidung. Müllwerker und Rennfahrer, Briefträger und Astronaut zeigten alle ein stoisches, unbeirrbares Lächeln und waren so unbeabsichtigt auch ein Spiegel größerer sozialer Kohäsion, während man heute schief grinsende Cyberninja aufeinander hetzt. Auch Waffen wurden damals bestenfalls aus Antennen, Megaphonen o. ä. von uns improvisiert, lang ist's her. Sollte ich also ein Raumschiff z. B. der Blacktron-Reihe aufstellen? Klingt nicht schlecht, die waren damals ziemlich cool, aber es sollte wie gesagt etwas neues sein und kein vierzig Jahre alter Plunder. Und um ehrlich zu sein: Verglichen mit aktuellen Sets sind die älteren Sachen schon sehr minimalistisch.

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Weiter ging die Suche, bis ich am Ende bei Blechrobotern landete. Fraglos vor meiner Zeit (ich erinnere mich dafür an eine Menge Plastikkumpanen), aber auch schick. Was habt ihr auf dem Schrank?

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Laika
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Re: Deko: Toys for Boys (and girls)

Beitragvon Laika » 28. Dezember 2019, 18:45

Auf dem Schrank bei mir findet man Plüschtiere und Erinnerungen an Reisen.
 
Ich mag schon immer Plüschtiere, die aussehen wie echte Tiere. Habe ein paar Hunderassen und heimische Wildtiere und Reptilien. Dazwischen eine Katze aus Kindheitstagen und ein paar "diverse" - einer davon ein selbstgenähtes Geschenk, der sitzt auf dem Ehrenplatz neben der Katze. Bärchen mit Lätzchen und sowas sind mir ein Graus!

Die Erinnerungen: schöne Steine, Flaschen denkwürdiger Getränke, eine Coladose in arabischer Schrift, Servietten mit Landkarte von den Lofoten drauf etc.

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Re: Deko: Toys for Boys (and girls)

Beitragvon foobar » 30. Dezember 2019, 19:59

Auf meinen (hohen) Schränken im Wohnzimmer befindet sich nur Staub. In den Glasfenster, die in den Schranktüren eingelassen sind, sieht man neben normalen Trinkgläsern, einige alte Fotoapparate, und ein paar Becher (Steingut?). Einer davon trägt meinen Namen, ein anderer ist ein Pythagoreischer Becher. Dazu noch eine Tasse in Form eines menschlichen Schädels (mal in London gekauft als ich noch jung war und den cool fand... Eigentlich ein hässliches Ding).
Auf meinem Schreibtisch im anderen Zimmer befinden sich hauptsächlich nicht abgehefteter Papierkram, Festplatten, CDs und DVDs, sowie USB Sticks. Und halb versteckt hinter dem Monitor stehen drei Benchies aus meinem 3D Drucker. Das könnte noch am ehesten als Spielzeug durchgehen.
Die wenigen Dinge die man ansonsten noch bei mir finden und als Deko bezeichnen könnte, sind zumeist Geschenke meiner Mutter. Nichts, was Ausdruck meiner Persönlichkeit wäre. Diese wird eher durch das kreative Chaos, das man in jedem Raum vorfindet anschaulich verdeutlicht.
Der kümmerliche Rest an Spielsachen aus meiner Kindheit, den meine Mutter noch nicht verschenkt hat, befindet sich noch in meinem Elternhaus (u.a.noch einiges von Lego und Lego technic, viele Kinder- und Jugenbücher).
Immer wenn du dich einsam, unwichtig und ungeliebt fühlst, denk daran: das Leben geht weiter - auch ohne dich! :lachen:


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